brand eins: Schwerpunkt Kapitalismus

Das März Heft des Wirtschaftsmagazins brand eins enthält als Schwerpunkt das Thema „Kapitalismus“. Nachdem ich am Wochenende einige der Artikel gelesen habe, kann ich die Lektüre nur weiterempfehlen. Der Einführungsartikel ist hier im Volltext verfügbar.

Im Kern beschäftigen sich alle Artikel mit der These, dass ein reiner „Finanzmarkt-Kapitalismus“ negative gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen hat. Unter „Finanzmarkt-Kapitalismus“ wird der Handel mit Geld und Unternehmen um des Geldes willen verstanden. Da sind sie wieder, die „Raubtiere“ und „Heuschrecken“. Dagegen wird der Kapitalismus als Austausch von Gütern und Dienstleistungen positiv bewertet.

Dieses Leitmotiv wird von mehrern Seiten beleuchtet, wenn auch nicht zwingend begründet. In jedem Fall aber ein interessanter Anstoß, sich selbst Gedanken zu machen.

Einmal um's Blog

Gestern war sie nun, die erste Handelsblatt Weblog Lesung in der Lichtburg in Düsseldorf. Aus meiner Sicht ein voller Erfolg.

Die gelesenen Texte waren durchweg sehr private Einblicke in den Alltag der Autoren. Ich hatte eigentlich etwas mehr „öffentliches“ im Stil der von Thomas Knüwer verfassten „Blogonovela“ über die „kleine PR-Agentur am Rande der Stadt“ erwartet. IT-Themen kamen gar nicht vor. Gestört hat mich das am Ende nicht, aber mit Blick auf die offensichtlich stark vertretene IT-Szene doch etwas überrascht. Einen Podcast der Veranstaltung wird das Handelsblatt in mehreren Etappen hier veröffentlichen.

Von den organisatorischen Schwierigkeiten, die Thomas Knüwer in seinem Blog erwähnt, habe ich nichts bemerkt. Vielen Dank an Thomas Knüwer und das Team vom Handelsblatt! ich freue mich schon auf die hoffentlich bald statt findende nächste Lesung.

Weniger Hürden bei grenzüberschreitenden Fusionen

Deutsche Kapitalgesellschaften werden künftig leichter über die Grenzen hinweg mit anderen Unternehmen aus der Europäischen Union fusionieren können. Das Bundesministerium der Justiz hat am letzten Freitag den Referentenentwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Umwandlungsgesetzes zur Stellungnahme an die Länder und die beteiligten Kreise versandt (Quelle: Pressemitteilung des BMJ vom 17. Februar 2006).

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Sudoku

Irgendwie ist da wohl etwas an mir vorbei gegangen, aber ich bin erst letzte Woche auf Sudoku aufmerksam geworden. Ich wartete abends am Frankfurter Hbf auf meinen Zug nach Düsseldorf, und die Bahnhofsbuchhandlung hatte ein ganzes Fenster voll mit Büchern über „Sudoku“. Da konnte ich nicht anders und habe mir eines der Bücher gekauft, ein Tb aus dem Fischer Verlag mit den Logos von Zeit und Handelsblatt: Sudoku. Dann musste es ja wohl interessant sein. Leider hatte ich auf der Zugfahrt noch keine Zeit, mich mit dem Buch zu beschäftigen. Dies folgte dann an den nächsten Abenden.

Sudoku ist ein Zahlenrätsel. Es besteht aus einem Quadrat, das aus neun kleinen Quadraten mit je neun Feldern besteht. Jede Zahl von 1-9 darf in jeder Reihe, jeder Spalte und in jedem kleinen Quadrat nur einmal vorkommen.

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Entry Standard

Ich habe einen Artikel zu den Verhaltenspflichten von Unternehmen, die im Entry Standard notiert sind, geschrieben. Er ist in der Sonderbeilage „Entry Standard“ des Februar Hefts des Going Public Magazins veröffentlicht und kann hier heruntergeladen werden.

Der Entry Standard ist ein Teilbereich des Freiverkehrs („Open Market“) der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Freiverkehr ist keine offizielle Börse („organisierter Markt“) und daher weniger streng reguliert; gegenüber dem „normalen“ Freiverkehr stellt der Entry Standard allerdings einige zusätzliche Anforderungen. Damit eignet sich der Entry Standard als Schaufenster und Einstiegssegment insbesondere für mittelständische Börsenkandidaten. Zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für den Freiverkehr habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Johannes Wecker einen weiteren Artikel (Freiverkehr – gesetzliche Rahmenbedingungen und Börsenordnungen) veröffentlicht (Finanz Betrieb 2005, S. 736 ff.).

EU-Kommission veröffentlicht FAQ zur MiFID

Die EU-Kommission hat heute ein umfangreiches FAQ zur Wertpapierdienstleistungsrichtlinie (MiFID) veröffentlicht.

Anlass ist die Vorstellung der Entwürfe für die „Stufe 2“ Durchführungsmaßnahmen der MiFID. Die MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) ist einer der Eckpfeiler des Aktionsplans für Finanzdienstleistungen der EU, mit dem ein Binnenmarkt für Finanzdienstleistungen in Europa erreicht werden soll. Die „Stufe 1“ Richtlinie 2004/39/EG wurde im Jahr 2004 verabschiedet. Sie regelt allgemeine Prinzipien. Zu diesen Prinzipien gehören die Aufgabe des „Konzentrationsprinzips“ (Zwang zur Orderabwicklung über Börsen), die Erweiterung des „Europäischen Passes“ für Wertpapierdienstleistungen sowie die Verbesserung des Anlegerschutzes. Die „Stufe 2“ Maßnahmen sollen diese allgemeinen Prinzipien mit Leben füllen. Diese Rechtsetzungstechnik wird als „Lamfalussy“ Verfahren bezeichnet. Baron Lamfalussy war der Vorsitzende eines vom Rat eingesetzten Gremiums, das die Rechtsetzung in der EU schneller und flexibler machen sollte.

Das FAQ ist in zwei Teile untergliedert. Der erste allgemeine Teil beschäftigt sich mit MiFID und ihren Zielen, der zweite Teil behandelt die „Stufe 2“ Maßnahmen und ihr Verhältnis zur „Stufe 1“ Richtlinie. Das FAQ ist eine „authentische“ Einführung in die MiFID und als solche sehr lesenswert.

Deutsche Bank und Rolf Breuer persönlich haften gegenüber Kirch

Der XI. Zivilsenat des BGH hat heute entschieden (Urteil v. 24. Januar 2006 – XI ZR 384/03), dass die Deutsche Bank AG und ihr ehemaliger Vorstandsvorsitzender Rolf Breuer verpflichtet sind, Leo Kirch die Schäden zu ersetzen, die aus Äußerungen von Breuer über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe entstanden sind (Quelle: BGH: Pressemitteilung Nr. 13/06 vom 24.1.2006). Breuer hatte im Februar 2002 in einem Interview des Senders Bloomberg TV gesagt: „Was alles man darüber lesen und hören kann, ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- oder gar Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“ Die Deutsche Bank selbst hatte einer Gesellschaft des Kirch-Konzerns, der PrintBeteiligungs GmbH ein Darlehen von 1,4 Mrd. DM gewährt.

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BGH verschärft Regeln für Cash-Pools weiter

Finanz-Betrieb Newsletter 2/2006, S.8
Nachtrag: Der Artikel ist im Finanz-Betrieb Newsletter 2/2006 veröffentlicht worden und kann durch Klick auf das Bild links herunter geladen werden.

Der BGH hat am 16. Januar 2006 in zwei Parallelverfahren (II ZR 75/04 und II ZR 76/04) entschieden, dass Bareinzahlungen auf Konten, die in einen Cash-Pool einbezogen sind, verdeckte Sacheinlagen darstellen. Dies soll auch dann gelten, wenn das Geld zunächst auf ein Konto außerhalb des Pools eingezahlt, kurze Zeit später aber auf ein Konto innerhalb den Cash-Pool weiter überwiesen wird. Die an der Kapitalerhöhung beteiligten Gesellschafter müssen daher ihre geschuldeten Barzahlungen nochmals leisten. Quelle: Pressemitteilung Nr. 6/06 vom 16.1.2006.

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