G-20: Hin zur Weltregierung?

Der G-20 Gip­fel in Pitts­burgh am 24. und 25. Sep­tem­ber 2009 hat wich­tige Leit­li­nien für die zukünf­tige Regu­lie­rung von Ban­ken, des Wert­pa­pier­han­dels, von Mana­ger­ver­gü­tun­gen, Arbeit­neh­mer­rech­ten und der För­de­rung erneu­er­ba­rer Ener­gien gezo­gen. Die Abschluss­er­klä­rung kann hier her­un­ter gela­den wer­den. Der Kern­satz lautet:

“We com­mit­ted to act toge­ther to raise capi­tal stan­dards, to imple­ment strong inter­na­tio­nal com­pen­sa­tion stan­dards aimed at ending prac­tices that lead to exces­sive risk-taking, to improve the over-the-counter deri­va­ti­ves mar­ket and to create more power­ful tools to hold large glo­bal firms to account for the risks they take. Stan­dards for large glo­bal finan­cial firms should be com­men­surate with the cost of their failure. For all these reforms, we have set for our­sel­ves strict and pre­cise timetables.”

Die G-20 ent­wi­ckelt sich zu einer immer wich­ti­ge­ren Form der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit. Mit­glie­der der G-20 sind Argen­ti­nien, Aus­tra­lien, Bra­si­lien, Kanada, China, Deutsch­land, Frank­reich, Indien, Indo­ne­sien, Ita­lien, Japan, Mexico, Russ­land, Saudi-Arabien, Süd­afrika, Süd­ko­rea, Tür­kei, UK, die USA und die EU. Zur wei­te­ren Ent­wick­lung der G-20 heisst es in der Schluss­er­klä­rung von Pitts­burgh wie folgt:

“Today, we desi­gna­ted the G-20 as the pre­mier forum for our inter­na­tio­nal eco­no­mic coope­ra­tion. We have asked our rep­re­sen­ta­ti­ves to report back at the next mee­ting with recom­men­da­ti­ons on how to maxi­mize the effec­tiv­en­ess of our cooperation.”

Zur Welt­re­gie­rung ist es zwar noch ein wei­ter Weg; die Insti­tu­tio­na­li­sie­rung hin zu einer inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tion dürfte ange­sichts der glo­ba­len Her­aus­for­de­run­gen aber schnell vor­an­schrei­ten. Die ent­schei­dende Frage ist, ob die G-20 (ähnlich wie die EU) irgend­wann das Recht erhält, auf bestimm­ten Gebie­ten (z.B. Finanz­märkte) eigene G-20 Gesetze, die in den Mit­glied­staa­ten unmit­tel­bar ver­bind­lich sind, zu erlas­sen. Schon heute beein­flus­sen die  Ent­schei­dun­gen der G-20 die natio­nale Gesetz­ge­bung. Denn die G-20 Ver­ein­ba­run­gen müs­sen in den G-20 Mit­glied­staa­ten von den Par­la­men­ten umge­setzt wer­den. Neben Vor­ga­ben aus Brüs­sel dürfte es zukünf­tig immer mehr Vor­ga­ben der G-20 geben. Die natio­na­len Par­la­mente ver­lie­ren dadurch an Ein­fluss. Viel­leicht wäh­len wir irgend­wann nicht nur ein Euro­pa­par­la­ment, son­dern auch ein G-20 Parlament.

Keine ähnli­chen Beiträge.

Twitter Digg Delicious Stumbleupon Technorati Facebook Email

Bisher keine Kommentare...sei der Erste!

Hinterlasse einen Kommentar