Klagerisiken für Private Equity Branche

Der Versicherungsmakler Marsh hat eine Studie mit dem Titel „Private equity in the spotlight – Allegations and risks facing the industry“ veröffentlicht. Die Ergebnisse beruhen auf einer Umfrage bei Private Equity Gesellschaften, Anwälten und Versicherungen aus dem Frühjahr. Wesentliches Ergebnis: Alle Beteiligten rechnen mit einem ansteigenden Klagerisiko für die Branche.

Hauptgründe sind nach Ansicht von Anwälten und Versicherungen exzessiver Leverage, Übernahmen börsennotierter Gesellschaften und Investments in Emerging Markets. Private Equity Gesellschaften selbst sehen dagegen die zunehmende Medienberichterstattung, Gewerkschaften und strengere Regulierung als Hauptrisiken. Interessant ist auch, dass es nur sehr wenige Klagen von Investoren gegen die Private Equity Gesellschaften gibt. Die Klagen spielen sich vielmehr fast ausschließlich auf der Ebene der Portfoliogesellschaften ab. Inhaltlich geht es häufig um Insolvenzfolgen, Interessenkonflikte der Private Equity Manager in ihrer Doppelfunktion als Organ in der Private Equity und der Portfolio Gesellschaft, Verletzung von Treuepflichten sowie den Vorwurf der „de facto“ Geschäftsführung durch die PE-Gesellschaft. Die größte Klägergruppe sind Minderheitsgesellschafter der Portfolio Gesellschaft gefolgt in Europa von Insolvenzverwaltern und in den USA von Managern der Portfolio Gesellschaften. Verklagt werden in Europa meist sowohl die Geschäftsführer der Portfolio Gesellschaften als auch die PE-Gesellschaft.

Nicht ganz uneigennützig weist Marsh in der Studie auch auch die verschiedenen Versicherungsmöglichkeiten hin (D&O Liability, Employment Practices Liability, Outside Directorship Liability, Professional Indemnity, PE Management Liability). Die Materie ist jedoch sehr komplex. Oft besteht das Risiko, in die Lücke zwischen zwei Versicherungsarten zu fallen. Ein genauer Blick in die Versicherungsbedingungen lohnt also.

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